Die Naunhofer Heimatstube befindet sich in einem 1897 von der Firma Pettrich und Kopsch als Zigarrenfabrik errichtetem, heute 'Haus der Vereine' genannten, Gebäude. Im ersten Stock des soliden Klinkerbaues, der auch schon als Verbandstofffabrik und als städtischer Kindergarten diente, werden seit 2006 auf ca. 113 m² Fläche die von den Naunhofer Ortschronisten, hauptsächlich aus Spenden der Bevölkerung, zusammengetragenen historischen Exponate auf einem Korridor und drei Räumen ausgestellt. Die 2002 gegründete Heimatstube befand sich vorher in anderen Räumen des gleichen Gebäudes.

Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet auch die die Ortsteile berücksichtigende Stadtgeschichte, beginnend mit der Ur- und Frühgeschichte. Die ältesten Funddstücke sind jungsteinzeitliche Äxte und Hämmer sowie zwei Schnur-Keramische Gefäße aus Erdmannshain und bronzezeitliche der Lausitzer Kultur angehörende Urnen aus der Lindhardter Flur. Hier ist auch ein vom Naunhofer Maler Jürgen Rückert geschaffenes, den im Jahr 1223 zerstörten markgräflichen Hof darstellendes Modell ausgestellt. Auf diesen Hof ist der Ortsname Naunhof zurückzuführen.

{jb_right45}Öffnungszeiten:
jeden ersten Samstag im Monat
von 14 bis 18 Uhr{/jb_right45}Andere Modelle zeigen die Lindhardter Turmhügelburg an der Parthe, das Dorf Lindhardt, wie es Ende des 19. Jahrhunderts aussah und die Stadtkirche Naunhof.

Während der Ortschronist Andreas Klöthe diese Holzmodelle erst nach dem Jahr 2000 anfertigte, baute der Naunhofer Augenoptiker und Uhrmacher Martin Pönack (1905 - 1972) bereits 1964 ein Diorama. Hier wird eine Szene, wie sie sich in der Naunhofer Waldstraße im Zeitraum 1793-1778 abgespielt haben könnte, dargestellt.

Die Wände dieses Korridors sind mit historischen und volkskundlichen Darstellungen, die vorwiegend aus der Region stammen, behangen. Ein in der Manier der Bauernmalerei des 18. Jahrhunderts gestalteter Kleiderschrank, verschiedene Truhen, Werkzeuge sowie eine höchst seltene Apfelsaftpresse aus Großsteinberg prägen das Bild des Korridors.

In verschiedenen Galsvitrinen werden Fotoapparate, Bildwerfer, historische Fotos, Naunhofika (Nippes) und allerlei Sammelsurium gezeigt. Am Ende des Korridors wird eine Szene aus einem Tante-Emma-Laden dargestellt. Eine von Gottfried Voigt (190-2001) aus Papier gebastelte lebensgroße Puppe steht hier an der Ladenkasse des ehemaligen Naunhofer Schuhmachers Willy Ulbricht.

Unter dem zum Teil aus handgestrichenen Ziegeln bestehendem Dach hängt ein Papierlampion von der Einweihung des Naunhofer Waldbades im Jahr 1934.

Der erste Raum ist dem Handwerk und der ehemaligen Ortsansässigen Industrie gewidmet. Ein vom Ortschronisten Olaf Beyer mit zum Teil seltenen Exponaten aus der Rauchwarenindustrie gestalteter Glasschrank erinnert an die Gerbereien und Färbereien in Naunhof. Eine schöne Sammlung von Schuhmacher- und Sattlernähmaschinen erinnert an die hiesige Lederverarbeitung. Einen Blickfang dieses Raumes stellt das nicht mehr funktionsfhige Modell einer Dampfmaschine, wie sie im Wasserwerk I stand, dar. Otto Wähner - er war Werkmeister im Wasserwerk - baute dieses Ausstellungsstück in den 1950er Jahren.

In einer über 150jährigen Eisentruhe werden Werkzeuge und Erzeugnisse der Schlosser, Klempner und Schmiede gezeigt. Ein absolutes Unikat ist das Firmenzeichen (Lockvogel) des Schmiedemeisters Alfred Heyde.

Die Vitrinie in der Raummitte dient Wechselausstellungen z. B. Imkerei, Spielzeug und zur Zeit Kaffeemühlen. Ein kleiner intarsienverzierter Schreibtisch dient den Ortschronisten als Kontor.

Der zweite Raum soll an den Haushalt des Zeitraumes von 1890-1990 erinnern. Neben Gageschrank, Waschständer und Ausguss steht hier auch eine Bottichwaschmaschine von 1956, dazu kommen ein Gasherd und mehrere Kohleöfen aus den 1930er Jahren.

Auch eine Sammlung von Plätt- und Bügeleisen, Fleischwölfen, Tafelwaagen und aus Schwamm oder Gummi bestehenden Malerwalzen sind zu sehen. Eine Ecke ist dem 2. Weltkrieg und der unmittelbaren Nachkriegszeit vorbehalten.

Der dritte Raum dient als begehbares Magazin, hier sind neben verschiedenen Waagen, Brotschneidemaschinen, Föhnen auch Getränkeflaschen von Naunhofer Herstellern oder Abfüllern sowie eine Bilderwand zu sehen. In diesem Raum befinden sich außerdem Lager- und Bücherregale.

Beim Hinausgehen fallen noch einige vom Ortschronisten Eckehard Schilde geborgene Klumpen Raseneisenerz aus der Parthenaue, Feuerstene und Quarzporphyrprodukte auf. Die Geologie der Heimat wird hier aus Platzgründen nur kurz erwähnt. Aus denselben Gründen können größere Exponate über die die Ortschronisten verfügen, wie die schöne Sammlung von Haushaltsnähmaschinen, eine Schlachtmulde und eine Strohhäckselmaschine, nicht gezeigt werden.