Der Höfgener Ortschaftsrat befürwortete in seiner Sitzung die Bewerbung zur Teilnahme an der Initiative „Sachsens schönste Dörfer“. Um die Zertifizierung zu erhalten, stehen besondere Qualitätskriterien auf der Anforderungsagenda. So ist eine überdurchschnittliche architektonische und historische Bausubstanz Pflicht. Auch sollte sich mindestens ein herausragendes Einzeldenkmal im Ort befinden. „Höfgen erfüllt die notwendigen Kriterien“, ist sich Oberbürgermeister Matthias Berger sicher. „Einer Bewerbung steht somit nichts mehr im Weg. Denn der Ort weist eine herausragende städtebauliche Qualität auf und punktet seit Jahren mit einem funktionierenden touristischen Netzwerk, das insbesondere für Kulturtouristen von großem Interesse ist und gezielt vermarktet werden soll.“

Derzeit liegen 13 Bewerbungen dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vor. Die ehemalige Gemeinde Höfgen ist bereits als das „Dorf der Sinne“ im Pilotvorhaben "Sachsens Erlebnisdörfer" bedacht worden. “Die Doppelklassifizierung ist für das Siebzig-Seelen-Dorf an der Mulde eine besondere Chance im Zuge der weiteren Profilierung“, so Markus Thieme vom Referat für Ländliche Entwicklung des LfULG. Anders als bei den "Themendörfern", steht bei den „schönsten Dörfern“ die klare Marketingaussage greifbar und leicht verständlich im Vordergrund. Im Zuge der touristischen Entwicklung empfahl die Stadtverwaltung die Teilnahme an der Initiative "Sachsens schönste Dörfer" zur Förderung der Wirtschaft und Belebung. Derzeit gibt es in Höfgen mehr Arbeitsplätze, als Einwohner.

 

Ob sich Höfgen in die Zertifizierung einreihen kann, entscheidet ein Gremium aus Tourismus- und Architekturexperten in den nächsten Monaten.

Erfahrungsaustausch Themendorfpilotvorhaben

Vier Dörfer konnten sich 2009 bei der Suche nach Sachsens ersten Themendörfern aus dreißig Bewerbern durchsetzen. Die Ergebnisse und Erfahrungen aller Pilotvorhaben werden am Donnerstag, dem 03. Juni in der Fachoberschule für Gartenbau in Dresden-Pillnitz in einer internen Runde dem Sächsischen Ministerium für Unwelt und Landwirtschaft, dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie dem Sächsischem Landeskuratorium Ländlicher Raum vorgestellt. Zur öffentlichen Fachtagung lädt das LfULG am Mittwoch, dem 23. Juni in das „Granitdorf“ Demitz-Thumistz ein.

Bei der öffentlichen Fachtagung werden die zahlreichen Ergebnisse und Erfahrungen der vier Dörfer präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Einladung richtet sich an alle, die in ihren Dörfern Chancen für eine touristische Entwicklung sehen. Die Tagung ist so geplant, dass die verschiedenen Ansätze und Wege in den Pilotvorhaben zugleich aus unterschiedlichen Perspektiven der Akteure dargestellt werden. Was das „Dorf der Sinne“ Höfgen betrifft, wird Dr. Kurt-Uwe Andrich, Geschäftsführer der Denkmalschmiede Höfgen gGmbH als Vertreter eines touristischen Leistungsträgers zu Wort kommen.

Die Sicht der Bürger wird am Beispiel „Krabatdorf“ Schwarzkollm vorgestellt. Die Projektmanagerin des Granitdorfes informiert über die Erkenntnisse aus Demitz-Thumitz. Und was das Textildorf Großschönau betrifft, so spricht der Bürgermeister. Anschließend sollen alle Referenten für eine Diskussion zur Verfügung stehen.