Stolpersteine

Weitere Stolpersteine gegen das Vergessen Steinverlegung am 05. Juni, 13.00 Uhr

Am kommenden Sonnabend, dem 05. Juni werden erneut Stolpersteine in Grimmaer Gehwege versenkt. Sie tragen die Namen von elf Menschen, die im Dritten Reich um Leben kamen. Um 13.00 Uhr begrüßt Oberbürgermeister Matthias Berger den Künstler Gunter Demnig auf dem Markt. Die Verlegungen erfolgen in der Marktgasse, Paul-Gerhardt-Straße und Wiesenstraße. Darunter ein jüdischer Tabakwarenhändler, der in der Hohnstädter Straße einen kleinen Laden führte. Er lebte mit seiner Frau und Tochter, den Schwiegersohn samt Enkeltochter, in der Marktgasse 5. Gepeinigt und geschwächt verstarb er 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen. Weitere „Stolpersteine“ für Bernhard Meinhardt und Albert Michel folgen am Tag.

Das wahrscheinlich weltweit größte dezentrale Mahnmal ist ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Grimma ist bereits die 276. deutsche Kommune. Etwa 200.200 Stolpersteine hat er bereits verlegt, unter anderem auch in den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn. Ganz besonders freut es ihn, dass in Grimma die Initiative aus der Bürgerschaft kommt und sich das Gymnasium, die evangelische Kirchgemeinde und Privatpersonen für Aktion des lokalen Gedenkens an die Vertreibung und Vernichtung von Juden so stark machten.

 

Der Künstler wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland sowie der Auszeichnung “Botschafter für Demokratie und Toleranz” geehrt.

Die Stolpersteine werden ausschließlich in Handarbeit hergestellt, die Gedenktexte in die speziell zugeschnittenen Messingplatten eingeschlagen. Die Stolpersteine werden auf die Straße oder auf den Gehweg direkt vor dem letzten frei gewählten Wohnort des Opfers eingelassen. Der Text enthält Name, Geburtsjahrgang, Deportationsjahr und den Todesort.

Foto: Grimma