Am vergangenen Sonntag ging der Floorball Deutschland Pokal der Damen in die zweite Runde. Während sich die Nord‐West‐Staffel mit den Mannschaften aus Bremen, Seebergen (die Grimmaer MFBC‐Akteurin Juliane Hoffmann geht hier auf Torejagd), Köln, Bordesholm und Mittelnkirchen recht ausgeglichen präsentiert, setzen sich in der Ost‐Staffel die Bundesliga‐Teams aus Grimma, Weißenfels und Leipzig gegen die Damen aus Heidenau, Berlin und Chemnitz durch. Sowohl die amtierenden Deutschen Meisterinnen um den MFBC Wikinger Grimma als auch die MFBC Löwen Ladies Leipzig konnten die winterliche Heimreise aus Heidenau mit jeweils zwei Siegen antreten.

Es berichten Jennifer Thomas & Patrick Schmidt:

Die erste Partie des Pokal‐Tages eröffneten die MFBC Löwen Ladies gegen die Floor Fighters Chemnitz furios. Gleich nach 48 Sekunden konnte Daniela Kolbe nach Vorlage von Sabrina Wohlrab zum 1:0 einnetzen. Die noch junge Mannschaft der Chemnitzer musste auch drei Minuten später durch einen Sololauf von Kolbe den 2. Gegentreffer hinnehmen. Während die Löwinnen im zweiten Spielabschnitt durch ein weiteres Tor von Kolbe und Anne Haase einen sicheren 4:0‐Torevorsprung heraus spielten, fanden die Floor Fighterinnen immer mehr ins Spiel und konnten so einige Akzente vorm Gehäuse der Leipziger Torfrau Claudia Mende setzen. Durch weitere Tore durch Wohlrab und Sabine Wagner ließen die Löwinnen jedoch nichts anbrennen und mussten lediglich in Mitte des 3. Drittels zwei Gegentreffer hinnehmen, die den 2:6‐Endstand herstellten.

Die zweite Partie für die Löwinnen gegen die SG Berlin brachte etwas mehr Brisanz mit sich: Durch eine kompakte Defensive und Kontertaktik gingen die Hauptstädterinnen mit 0:1 in Führung. Jedoch glichen die Löwinnen nach Vorlage von Anne Haase durch Sabine Wagner aus und hatten nach einem Treffer von Kolbe knapp die Nase vorn.

Den Berlinerinnen gelang erneut der Ausgleich, doch Verteidigerin Melanie Terei erzielte den ersehnten 3:2‐ Siegtreffer für die Messestädter. „Ich freue mich sehr, dass wir unsere Pflichtaufgabe gemeistert haben. Die geforderten sechs Punkte, wurden erfolgreich von meinem Team erspielt. Den Kampfgeist gegen Berlin gilt es hier besonders zu loben, da die Mädels trotz des knappen Spiels stets den Überblick behielten und mit Ruhe das Spiel drehten. Besonders freue ich mich für Sabine Wagner, die ihre ersten beiden Tore für die Löwinnen erzielt hat. Somit ist noch alles offen und wir haben noch Chancen auf die Pokal‐Finalrunde.“, zeigt sich Coach Patrick Schmidt sehr zufrieden.

Dezimiert, aber nicht weniger effektiv, präsentierten sich die Damen des MFBC Wikinger Grimma ebenfalls in Heidenau. Verletzungs‐ und krankheitsbedingt und wie Rudolph das Rentier mit roten Nasen der Adventszeit gerecht werdend, bestritten die Wikingerinnen ihre Partien mit neun Feldspielerinnen und Standby‐Torfrau Juliane Künzel. Besiegte man den SSV Heidenau noch in der Bundesligapartie mit 7:0 recht deutlich, verlief das 1. Drittel mehr als holperig. Nur langsam fanden die Muldestädterinnen ins Spielgeschehen und zeigten nur wenig Zusammenspiel. Unnötig machte man sich das Floorball‐Leben schwer und erst die Pausenansprache von Co‐ Trainer Marcus Linke, der Headcoach Ralf Kühne an diesem Tag erfolgreich vertrat, brachte die gewünschte Qualität. Wikinger‐Küken Laura Naumann erzielte auf Vorlage von Sonja Dietel das erlösende 1:0. Dass sich der Dauereinsatz der Nachwuchsspielerinnen an diesem Tag noch bezahlt machen sollte, bewiesen die Folgeminuten sowie die Anschlusspartie.

Doch zunächst wurde Anne‐Marie Mietz durch ein Foul an einer Torchance gehindert und bekam prompt einen Strafstoß (Penalty) zugesprochen, den sie erfolgreich zum 2:0 verwandelte. Aus der 2. Reihe sollte geschossen werden und dies nahm sich Nationalspielerin Fanny Gatzke zu Herzen und legte straff in den gegnerischen Torraum (Slot). Laura Naumann stand erneut goldrichtig, nahm Goalie und Verteidigerin die Sicht und lenkte den Ball in die obere Ecke zum 3:0. Gute vier Minuten später revanchierte sich Naumann durch eine Vorlage auf Sonja Dietel zum 4:0 für das vorangegangene Zuspiel des Wikinger‐Kapitäns. Dies wollte Naumann in ihrem Folgeeinsatz wiederholen, positionierte sich erneut im gegnerischen Slot, nur war sie dort absolut nicht willkommen.

Nach einem Gerangel ging Naumann durch Stoßen der gegnerischen Verteidigerin zu Boden, was den Abpfiff zur Folge hatte. Überraschenderweise mussten Kontrahentin und Naumann selbst wegen überhartem Körpereinsatz für zwei Minuten auf die Strafbank. Diese überstanden beide Teams jedoch schadlos. Nach Anpfiff des 3. Drittels trumpften die MFBC‐Damen gleich mit dem 5:0. Stefanie Reinhardt eroberte den Ball in der eigenen Hälfte und leitete den Konter ein. Reinhardts Sturmlauf an der Bande wurde durch energisches Zurufen von Jennifer Thomas unterbrochen, welche sich auf der anderen Bandenseite absetzte. Der straffe Diagonalpass von Reinhardt wurde von Thomas direkt in den Slot zu Nachwuchsspielerin Bianca Lucker weiter geleitet, die den Ball mit einem satten Direktschuss unter die Latte des Heidenauer Torgehäuses setzte. Ebenfalls sehenswert versenkte Elke Blöhbaum das 6:0, nachdem sie zu einem kurzen Sololauf ansetzte und den Ball mit der Rückhand eiskalt über das Bein der Torhüterin lupfte. Jetzt schlugen nicht nur die Emotionen der Wikinger‐Damen aufgrund der Torfreude und ‐ schützinnen hoch, sondern auch die erhitzten Gemüter der Gastgeberinnen. Aufgrund von Reklamieren (Werfen des Stockes im Anschluss des 6:0) musste Cornelia Buhle für zehn Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Begleitet wurde dieses Vergehen durch eine Zwei‐Minuten‐Strafe, die die MFBC‐Damen in nichts Zählbares verwandeln konnten. Kurz nach Ablauf der Strafe agierte Jennifer Thomas zu ungenau im Spielaufbau, und leitete aufgrund eines Fehlpasses den Konter ein, der zum 1:6‐Anschlusstreffer führte. Aufgrund der dünnen Spielerdecke war die Aufstellung mit zwei ganzen Reihen nicht möglich, so dass die Muldestädter mit drei Verteidigern, zwei Center‐Spielerinnen und vier Stürmern agierten. Eine kurze Unstimmigkeit beim fliegenden Wechsel, bei dem Fanny Gatzke und Stefanie Reinhardt gleichzeitig mit Franziska Stöckel wechseln wollten, bescherte dem übrigen Block eine 3:5‐Unterzahl und prompt das 2:6. Vier Sekunden vor Schluss stellten jedoch Sonja Dietel auf Anne‐Marie Mietz mit einem halbhohen Doppelpass und einem Volleytor den 7:2‐Endstand her.

Nach nur einer guten Stunde Pause traf man auf die jungen Damen der Floor Fighters Chemnitz. Die Wikinger‐ Damen um Marie Funke, Marisol Rodriguez und Lisa‐Marie Hahn sowie drei Löwinnen unterstützen spielerisch dieses Team, um Spielpraxis zu erhalten und den Chemnitzern so auch quantitativ die Teilnahme am Pokal zu ermöglichen. Aufopferungsvoll stemmte sich jedoch die junge Mannschaft gegen den Bundesligakrösus und konnte so beherzt einige Aktionen vors Gehäuse von Künzel fahren. Der Deutsche Meister bekleckerte sich zunächst wenig mit Ruhm durch eigenwillige Sololäufe, die lediglich das 1:0 durch Mietz im 1. Drittel hervor brachten. Jedoch fand man erneut nach Ansprache durch Linke das gesunde Mittelmaß. Nach einem Doppelschlag von Dietel setzten sich die Favoriten mit 3:0 ab. Besonders Verteidigerin Franziska Stöckel agierte in dieser Partie hoch motiviert und laufstark. Einer Doppelpass‐Kombination mit Thomas voraus gehend, setzte Stöckel energisch dem misslungenem Schussversuch nach, eroberte diesen hinter dem gegnerischen Gehäuse und legte genau auf Bianca Lucker auf, die das 5:0 erzielte. Direkt im Anschluss legte Thomas im Spielaufbau auf die sich frei laufende Stöckel, die prompt zum 6:0‐Pausenstand einschoss. Keine 26 Sekunden waren im 3. Drittel gespielt und die Wikinger‐Damen setzten sich erneut hinter dem gegnerischen Tor fest. Thomas visierte die sich im Bogenlauf befindende Lucker an, doch Elke Blöhbaum trat leise hinter ihrer Gegenspielerin hervor und erzielte durch das 7:0 ihr zweites Tor des Tages. Unaufhaltsam präsentierte sich weiterhin Franziska Stöckel, die durch zwei weitere Tore und einem Treffer durch Mietz den 10:0‐Endstand herstellte. Dem aufgrund der dünnen Personaldecke bereits tagelang angespanntem und daheim gebliebenem Headcoach Ralf Kühne konnte man somit erleichternde Botschaften übermitteln sowie Co‐Trainer Marcus Linke einen erfolgreichen Einstand bescheren.

Aufgrund der bevorstehenden Herren‐Weltmeisterschaft in Finnland dürfen die Damen vorerst pausieren und bestreiten am 19.12.2010 den 5. Spieltag in der 1. Damen‐Bundesliga.

MFBC Löwen Ladies Leipzig
Claudia Mende [T], Romy Manteufel, Sabine Wagner (2/0), Sabrina Wohlrab [C] (1/1), Daniela Kolbe (4/1), Lisa Glaß, Theresa Ackermann, Anne Haase (1/1), Anna Abraham, Melanie Terei (1/0), Johanna Kauschke (0/1), Cindy Höhne, Alexandra Nickel (0/1), Antje Langlotz

MFBC Wikinger Grimma
Fanny Gatzke (0/1), Laura Naumann (2/0/1 x 2´), Franziska Stöckel (3/1), Elke Blöhbaum (2/0), Sonja Dietel [C] (4/2), Bianca Lucker (2/0), Juliane Künzel [T], Stefanie Reinhardt (0/1), Anne‐Marie Mietz (4/1), Jennifer Thomas (0/3)