Floorball-Regionalliga Damen: Zu emotionslos agierende Wikingerinnen holen lediglich drei Punkte

(JT) Mit dem gut verlaufenem Trainingslager Ende Dezember 2010 sowie mit der Vergrößerung des Wikingerrudels sollte viel Positives mit ins neue Jahr genommen werden. Am 3. Spieltag der Floorball-Regionalliga Damen Kleinfeld am vergangenen Sonntag in Chemnitz wollte man das neu Erlernte gleich in die Tat umsetzen. Doch wie in jeder Sportart und wie auch in jeder Mannschaft gibt es Spieltage, bei dem man den berüchtigten Knopf für die Zündung nicht finden mag und das gewisse Feeling im Team auf sich warten lässt. So konnte man mit der Unterstützung der Bundesligisten Sonja Dietel, Anne-Marie Mietz und Stefanie Reinhardt, welche aufgeteilt in je einer Reihe spielten, gegen Zwickau einen 10:5-Sieg (3:4; 7:1) erringen, zog aber gegen Weißenfels mit 9:12 (2:8; 7:4) klar den Kürzeren.

Es berichtet Thomas Schiene:

Merkwürdigerweise war die Anreise der Wikingerdamen am morgendlichen Sonntag schlichtweg zu ruhig. Statt dem üblichen Geschnatter, dem Herumalbern und dem Ablenken des Fahrers erhaschte man lediglich ein Murmeln. Nun ja, junge Damen sind manchmal unergründlich und sonderbar. Doch Man(n) hätte es wissen müssen. Trotz hinzugewonnener Klasse durch die Bundesligisten Dietel & Co, welche Sicherheit auf dem Spielfeld übertragen sollten, agierten die Muldestädterinnen zahnlos und besannen sich erst spät auf ihre Fähigkeiten. An diesem Tag stimmte die Harmonie in den drei aufgebrachten Reihen schlichtweg überhaupt nicht und ließ den Kampfgeist deutlich vermissen. Ballverlusten wurde nicht schnell genug nachgesetzt und es häuften sich Patzer im gesamten Team. Kläglich konnte man sich gegen Zwickau mit 3:4 in die Pause retten. Erst das Umstellen auf zwei Reihen brachte ein wenig mehr Zug und den notwendigen 10:5-Sieg. Insbesondere die Abschlussstärke von Maria-Diana Bürgel gilt es hier hervorzuheben und auch der erste Treffer von Vera Kurilo.

Bedingt durch die Ansetzung eines Doppelspiels war den Grimmaerinnen eine erholende Pause vergönnt und so traf man unmittelbar auf den Tabellenführer aus Weißenfels. Thomas Schiene schickte zwei Reihen ins Rennen und auch die Kontrahentinnen konnten nicht mehr an Quantität aufweisen. Die Qualität hingegen ließ nicht lange auf sich warten und so geriet der weibliche MFBC-Nachwuchs mit 2:8 deutlich ins Hintertreffen. Sportlich muss hier den Weißenfelserinnen ein Kompliment gemacht werden, die fast jeden Fehler eiskalt bestraften. Torfrau Tine Naumann, die sehr gut hielt, traf jedoch an dem anbahnenden Desaster keine Schuld und man besann sich im 2. Spielabschnitt auf Schadensbegrenzung. Der Appell, endlich den Zünder zu ziehen und mit erhobenem Hauptes entgegen zu treten, trug endlich Früchte. Motivation und Kampfgeist stimmten jetzt und die zweite Spielhälfte konnte mit 7:4 deutlich für sich gewonnen werden, konnte die 9:12-Niederlage jedoch nicht mehr verhindern. Am Ende fragt sich wohl so mancher „Was wäre wenn gewesen?“, doch so konnte man versöhnlich und mit dem zweiten Tabellenrang die Heimreise antreten.

Für die Zukunft heißt es, die Emotionsflamme permanent lodern zu lassen und weiterhin hart zu trainieren. Am 27.03.2011 haben die Wikingerinnen in Zwickau gegen den Gastgeber und Weißenfels die Möglichkeit, von Beginn an den Turbogang einzuschalten.

Tine Naumann [T] (0 Tore/0 Assists), Lene Naumann, Anne-Marie Mietz (6/4), Sonja Dietel (7/0), Maria-Diana Bürgel (3/0), Stefanie Reinhardt (1/1), Laura Cämerer, Marie Weigelt, Marie Funke [C] (0/2), Josephine Fischer, Vera Kurilo (1/0), Henriette Schallock, Charlotte Rüssel