Kinder- und Jugendzentrum in der Beethovenstraße wiedereröffnet

Die Freiberger Kinder und Jugendlichen haben ihr Haus in Besitz genommen. Heute ist das Kinder- und Jugendzentrum in der Beethovenstraße mit einem Tag der offenen Tür eröffnet worden, mehrere Hundert junge Freiberger waren dazu in das Haus am Albertpark gekommen.

Zu den Festgästen gehörten auch Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm und Sven Krüger, Bürgermeister für Verwaltung und Finanzen. „Endlich haben unsere Kinder und Jugendlichen wieder einen schönen Anlaufpunkt“, freut sich Bürgermeister Sven Krüger. Nach umfangreichen Renovierungs- und Gestaltungsarbeiten präsentieren sich nun wesentliche Teile des Hauses mit einem neuen Gesicht: „Es ist ein Schmuckstück geworden“.

Dass das traditionelle Haus für Kinder- und Jugendarbeit in Freiberg jetzt wieder seinen Ansprüchen gerecht wird, erfüllt Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm mit Stolz. Denn mit der Wiedereröffnung des Kinder- und Jugendzentrums in der Beethovenstraße „schlagen wir einen Weg ein, der gegenwärtig in Sachsen keinesfalls üblich ist. Es ist wahrscheinlich einmalig, dass sich derzeit eine Kommune der Verantwortung für eine Jugendeinrichtung dieser Dimension stellt.“ Wo sich andere Kommunen aus finanziellen Gründen aus freiwilligen Aufgaben zurückziehen müssen, auch weil entsprechende Fördermittel immer knapper werden, „stellen wir uns als Stadt Freiberg unserer Verantwortung in diesem wunderbaren Haus.“ Und es wird eine Herausforderung, diese Haus „wieder mit neuem Leben zu erfüllen“, ist sich auch Heiko Heese, Leiter des Sachgebietes Jugend, bewusst. Doch mit seinem vierköpfigen Team stellt er sich gemeinsam mit den Vereinen Train Control und Hoffnung Nadeshda dieser Aufgabe. Mit diesem Betreiberkonzept wagt die Stadt Freiberg einen in Sachsen wohl bislang einmaligen Schritt. „Die Konstellation mit unserem Sachgebiet Jugend als ‚hausleitende Instanz’ in Zusammenarbeit mit den freien Trägern der Jugendhilfe, ist eine besondere Kombination für die Zukunft, von der wir uns viel Erfolg versprechen.“ Gemeinsam haben sie viele Vorhaben – wie u. a. spannende Projekte im und fürs Festjahr „850 Jahre Freiberg“.

Während das Sachgebiet Jugend vorwiegend Jugendarbeit leistet wie Mobile Jugendarbeit im gesamten Stadtgebiet, Betreuung des Freiberger Kinder- und Jugendparlamentes, Betreuung von Jugendvereinen und -initiativen, Organisation des Kinder- und Jugendkontaktbüros sowie verschiedener Projekte (u. a. Unterstützung des Ferienlagers in Gager, Weltkindertag), wird der Verein Train Control den Jugendtreff betreiben und sich für Jugend-Veranstaltungen engagieren. Dazu gehören u. a. Diskos, Konzerte, Tanz, Musik und das Engagement für Nachwuchsbands. Der Verein Hoffnung Nadeshda, der sich u. a. um die Integration von jugendlichen Migranten kümmert, wird künftig den Kindertreff betreuen. Das Ruder im alten neuen Haus zu übernehmen, bedeutet Mut und Beweglichkeit, denn die Angebote müssen und sollen stets am Bedarf orientiert werden. So läuft bereits eine Bedarfsanalyse an den Freiberger Schulen und Einrichtungen. Sie ist die Grundlage für das Hauskonzept, das ständig fortgeschrieben werden muss. Wichtig ist auch das Einbeziehen der Jugendlichen – wie geschehen mit der Zukunftswerkstatt im Februar. „Wir müssen abchecken, was Jugendliche wollen.“ Dazu gehören auch Projekte an Schulen.

Legitimiert per Stadtratsbeschluss im März, schauen die neuen Betreiber optimistisch nach vorn, um aus der traditionellen Einrichtung am Albertpark wieder ein funktionierendes Haus für Kinder und Jugendliche zu etablieren.

„Alle Beteiligten sehen diese Herausforderung als Chance, für Freiberg vielleicht etwas in dieser Form noch nie da Gewesenes entstehen zu lassen“, ist Heese optimistisch. Mit der Wiedereröffnung der Villa als Kinder- und Jugendzentrum „wollen wir als Stadt Freiberg ein Zeichen setzen, ein Zeichen für die Zukunft“, versichert Bürgermeister Sven Krüger. Er gab der Einrichtung als Arbeitstitel den Namen Villa Jugendstil. Denn die Villa sei erbaut im Jugendstil und heute ein Haus mit Stil für die Jugend.