Feuerwerksverbot in Nähe von Störchen

Der Weißstorch gehörte einst zu den weit verbreiteten Brutvögeln in unseren Dörfern. Heute ist der Bestand stark zurück gegangen. Die Ursachen für den Rückgang sind verschiedener Natur: Stromschlag, sich rapide verschlechternde Ernährungsbedingungen oder die Zersiedlung der Landschaft. In Sachsen leben zur Zeit etwa 400 Horstpaare. Ein Paar hat in diesem Jahr auch im Grimmaer Ortsteil Beiersdorf sein Sommerquartier aufgeschlagen.

In den letzten Jahren ist der zunehmende Trend zu beobachten, bei verschiedenen Anlässen Feuerwerke abzubrennen. Gemeint sind nicht nur Höhenfeuerwerke, sondern auch kleine Feuerwerke, die z.B. bei Familienfeiern veranstaltet werden. Diese können in der Nähe von besetzten Storchenhorsten eine verheerende Auswirkung haben. Insbesondere die Knalleffekte und hoch steigende Raketen führen dazu, dass die Altvögel panikartig die Horste verlassen. Die Eier oder Jungvögel kühlen aus, verhungern oder werden von Greifvögeln geschlagen. Schon allein aus dem Grund, dass Störche in der regionalen Kultur eine große Rolle spielen, sollte Alles getan werden, diese Vögel zu schützen und auf das Abbrennen von Feuerwerken in der Nähe von Storchenhorsten während der Brutzeit und Aufzuchtzeit der Jungen zu verzichten. Sollte es dennoch ohne ein Feuerwerk nicht gehen, ist je nach Intensität des Feuerwerks ein Mindestab¬stand von 500 m zum besetzten Storchenhorst einzuhalten. Das Umweltamt des Landratsamtes Leipzig weist darauf hin, dass eine erhebliche Störung von Weißstörchen während der Brutzeit eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.