Höfgen im Verbund der schönsten Dörfer Sachsens

Zwölf sächsische Dörfer mit besonders wertvoller beziehungsweise gut erhaltener Bausubstanz und Siedlungsstruktur haben sich Ende August zur Interessengemeinschaft (IG) „Sachsens Schönste Dörfer“ zusammengeschlossen. Unter ihnen sind bekannte Orte wie Hinterhermsdorf in der Sächsischen Schweiz oder Obercunnersdorf im Umgebindeland. Aber auch der Grimmaer Ortsteil Höfgen kann sich in die Top Zwölf der architektonischen Augenweiden einreihen. „Sachsens Schönste Dörfer“ sind reich an einzigartigen Beispielen ländlicher Baukultur. Sie verkörpern in besonderer Weise das Typische ihrer Region. Unter dem Dach des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. will die neue Interessengemeinschaft die Bewahrung, zeitgemäße Nutzung und Weiterentwicklung des ländlichen baukulturellen Erbes fördern. Dazu gehört auch, die gebaute Geschichte und das Dorf überhaupt besser erlebbar zu machen. Höfgen punktete schon 2009 als das „Dorf der Sinne“ bei der Suche nach Sachsens Themendörfern. Im Jahr 2011 bewies der Ort seine touristischen Qualitäten und wurde kurzerhand in das neuartige Reiseangebot der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH „Urlaub in Sachsens Dörfer“ aufgenommen.

Treffen der schönster Dörfer Europas in Castell` Arquato

„Sachsens Schönste Dörfer“ greifen eine Idee auf, die in Frankreich seit fast 30 Jahren mit großem Erfolg umgesetzt wird. Die Schönsten Dörfer Frankreichs (Les Plus Beaux Villages de France) sind auch Ausgangspunkt eines stetig wachsenden internationalen Netzwerkes von gleichgesinnten Dorforganisationen. Es erstreckt sich mittlerweile über Europa und auch nach Übersee. Als erste derartige Initiative nehmen „Sachsens Schönste Dörfer“ in Deutschland eine Vorreiterrolle ein. In ganz Europa gibt es diese Netzwerke. Dörfer aus Frankreich, Belgien, Österreich oder Polen fanden sich Anfang September zu einem großen Treffen in Norditalien zusammen. Anlass war das sechste Festival der schönsten Dörfer Europas „Borghi più Belli“ in Castell` Arquato. „Sachsens Schönste Dörfer“ stellen sich dabei zum ersten Mal den Partnern aus vielen Ländern Europas vor. Am Treffen nahmen als Vertreterinnen für Höfgen, Simone Kluge vom Stadtentwicklungsamt und Katrin Kahle als Repräsentantin teil. Unter der Feder des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie führte der Erfahrungsaustausch auch nach Klausen/Chiusa in Südtirol. Dort wurden die Sachsen vom ehemaligen Bürgermeister Dr. Arthur Scheidle mit viel Sachkenntnis durch das Dorf geführt und durch die Region Emilia-Romagna begleitet. Obwohl die Region Emilia-Romagna über gut erhaltene mittelalterliche Dörfer, Burgen und Kirchen verfügt, steht sie im Windschatten der touristischen Hochburgen wie zum Beispiel der Toskana oder Venetien. Ein selbst gesetztes Ziel der Region ist es, durch den Verbund und einen gemeinsamen Auftritt die Dörfer touristisch bekannter zu machen. Es fanden auf beiden Seiten befruchtende Gesprächsrunden mit den Bürgermeistern der Regionen Südtirol und Emilia-Romagna statt. Dabei verständigte man sich auf eine engere Zusammenarbeit des Netzwerkes und einen europäischen Tag der Dörfer. Die italienischen Gastgeber waren von der Präsentation der sächsischen Dörfer sehr beeindruckt. „Alle Delegationen verabschiedeten sich mit dem festen Willen, das Netzwerk weiter zu entwickeln und die Kontakte durch gegenseitige Besuche weiter auszubauen. So könnten zum Beispiel italienische Handwerker den traditionellen Handwerkermarkt in Höfgen bereichern.“, sagte Simone Kluge.