Städtepartnerschaft Grimma und Gezer besiegelt

Seit dem 17. September hat Grimma eine neue Partnerstadt. In einer feierlichen Zeremonie wurde die Partnerschaft zwischen der israelischen Stadt Gezer und Grimma besiegelt. Oberbürgermeister Matthias Berger und Yuval Enoch, Vertreter des Bürgermeisters aus Gezer, setzten ihre Unterschrift unter den Partnerschaftsvertrag. Mit großer Mehrheit positionierte sich der Stadtrat zur Partnerschaft.

„Ein offizielles Bündnis zwischen zwei Städten, die so weit entfernt liegen, ist immer ein freudiger Anlass. Dass es sich um eine israelische und deutsche Stadt handelt, hat eine ganz besondere Bedeutung – wir fühlen uns hier sehr willkommen“, sagte Yuval Enoch bei der Unterzeichnung. In seiner emotionalen Rede berichtete er von seiner deutschen Mutter: „Nach ihrer Flucht 1934 war sie nie wieder in Deutschland. Aber sie sagte zu mir, jetzt könne ich die Hindernisse überwinden, die sie nie überwinden konnte und es freue sie sehr, dass ich nach Deutschland reise“, so Enoch, der die Grimmaer für das Frühjahr nach Israel einlud.

Seit gut einem Jahr ist die Städtepartnerschaft zwischen Gezer und Grimma im Gespräch. Die Aufarbeitung von persönlichen Schicksalen von Grimmaer Familien, die in den 1930er Jahren nach Israel auswanderten, schlug eine erste Brücke in den nahen Osten. Stadträte, Lehrer oder Gewer¬betreibende besuchten die Stadt zwischen Tel Aviv und Jerusalem. „Vor allem die Herzlichkeit, Aufge¬schlossenheit und das entgegenbrachte Interesse überwältigte uns“, sagte Stadtrat Jörg Diecke, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees. „Auch der Gegenbesuch der Delegation aus Gezer zeigte deutlich, dass eine Städtepartnerschaft im Interesse beider Städte liegt“, so der Stadtrat.