Städtische Geschichte und Daten verewigt Ortschronist Dr. Peter Wolf pflegt elektronische Stadtchronik

850 Jahre Freiberg werden im kommenden Jahr begangen. 850 Jahre Geschichte Freiberg werden daher einmal mehr unter die Lupe genommen. Wann war doch gleich ..? Wer hat damals ... ? Wissen Sie wo ...? Gibt es davon Aufzeichnungen oder Fotos? Fragen über Fragen – und diese nicht nur zum Jubiläum erhalten Freibergs Stadtarchivarin Dr. Ines Lorenz und ihr vierköpfiges Team nahezu täglich. Rund 2000 laufende Meter Archivalien sind dann oft zu durchstöbern. Doch künftig soll der Zugriff auf die historischen Unterlagen erleichtert werden – mit moderner Technik, denn die Zeiten, als Ortschronisten mit Ärmelschonern und Federkiel am Stehpult arbeiteten sind längst vorbei. Schon heute liegt u. a. die Stadtchronik elektronisch mit rund 16.000 Datensätzen vor – dafür wird die Fachsoftware AUGIAS verwendet.

Ortschronist Dr. Peter Wolf ist seit Januar vergangenen Jahres an zwei Tagen in der Woche jeweils sechs Stunden mit dem Erfassen von Ereignissen und Fakten zum städtischen Leben, aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Wissenschaft, Sozialem und anderen Bereichen befasst, die stadtgeschichtlich von Interesse sind. Die von ihm erfassten Daten aus der Zeit von um 1800 bis in die Gegenwart ermöglichen einen schnellen Zugriff durch die Recherche nach Schlagworten, Namen oder Orten, auch Zeiträume sind möglich. Damit sind viel kürzere Recherchezeiten möglich. „Vor allem für die jüngere Geschichte der Stadt Freiberg stellt die elektronische Ortschronik einen sehr aussagekräftigen Datenspeicher dar, der ständig weiter wächst“, erklärt die Stadtarchivarin.

Geführt wird die Chronik im Stadtarchiv seit etwa 30 Jahren, bis Anfang der 1990-er Jahre als Papier-Kartei, seit rund 15 Jahren elektronisch. Dazu wertet Dr. Peter Wolf im Wesentlichen die vorliegenden Freiberger Tageszeitungen aus. Bisher waren dies die 1800 bis 1848 erschienenen Freiberger gemeinnützigen Nachrichten, der 1848 bis 1945 erschienene Freiberger Anzeiger und Tageblatt, ab 1945 „Vorwärts“ und „Volksstimme“ sowie ab 1963 bis heute die Freie Presse. Aber auch die Wochenblätter, das Amtsblatt sowie die Freiberger Jahrbücher gehören zu Wolfs dienstlicher Lektüre. Akribisch pflegt er Datensatz für Datensatz ein, mit Datumsangabe, Beschreibung des Ereignisses sowie der Quelle. So wird die Chronik auch bei den zahlreichen stadtgeschichtlichen Anfragen, die das Archiv erreichen, äußerst hilfreich sein. Etwa wenn es um Daten zu städtischen Jubiläen geht, wie z. B. Vereinsjubiläen, Geburts- und Todestage von Personen oder Geschäftsjubiläen. Mit seinem Minijob hält der Ortschronist die Chronik nun aktuell und geht step by step bestehenden Lücke an den Kragen.