Enthüllung der Erinnerungstafel für das Freiberger Gefängnis am 7. Oktober, 12 Uhr.

Am Gericht an der Beethovenstraße wird künftig eine Tafel an das einstige Freiberger Gefängnis, das sich hinter diesem Gebäude befand, erinnern. Auf Betreiben der Freiberger Bürgerpreisträgerin Melanie Weber wurde diese Tafel geschaffen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm wird die Freibergerin sie am 7. Oktober, 12 Uhr, enthüllen.

Die Tafel wird daran erinnern, dass sich hier von 1882 bis 2006 ein Gefängnis befand, das zwischen 1972 und 1984 als Außenstelle des Frauengefängnisses Hoheneck genutzt wurde.

Nach dem Ende der SED-Herrschaft schaffte es Melanie Weber mit hohem persönlichen Einsatz im mehr und mehr vom Verfall gezeichneten Haus, Gegenstände der Hafteinrichtung sicherzustellen. So konnte sie zwei Einzelzellen erhalten und mit Zeitdokumenten ausstatten.

Bis zum Abriss des Gefängnisses im Oktober 2006 führte Melanie Weber dort Bildungsveranstaltungen zur Geschichte und für den Gemeinschaftskundeunterricht vor Ort durch. „Die jungen Leute sollen begreifen, was Diktatur heißt“, betont sie.

Heute sind die gesammelten Gegenstände im Archiv der Bürgerbewegung Westsachsens Martin-Luther-King-Zentrum in Werdau, einem Verein für Gewaltfreiheit und Zivilcourage, sowie in der Forschungs- und Gedenkstätte ASTAK e. V. in Berlin untergebracht.

Melanie Weber war als Sekretärin tätig und lebt heute als Rentnerin in Freiberg. Sie wurde 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz und 1996 mit dem sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet, weil sie sich viele Jahre in besonderem Maße für politische Häftlinge und politisch Verfolgte eingesetzt hat. Sie war außerdem die erste Bürgerpreisträgerin in Freiberg nach 1989.

Diese Ehrung erhielt sie für ihr politisches Engagement.