Mit über 80 Veranstaltungen feiert Zwickau im kommenden Jahr den 200. Geburtstag Robert Schumanns. Das Programm reicht dabei von Liederabenden und Kammerkonzerten über Opernaufführungen und Sinfoniekonzerte bis hin zu Filmnächten, zum Bildhauersymposium oder zu einem historischen Markttreiben. Der Höhepunkt des Jahres wird das Schumann-Fest vom 4. bis 12. Juni 2010 sein.
Am 8. Juni, dem Geburtstag des bekanntesten Komponisten der Romantik, gestaltet die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim den offiziellen Festakt. Doch nicht nur etablierte Künstler treten während des Schumann-Jahres in der Geburtsstadt des Künstlers auf. Kinder und Jugendliche erhalten 2010 mehrfach ein Podium, um ihre Können zu üben und einem breiten Publikum zu präsentieren.

So fühlt sich gerade der „Kleine Schumann-Wettbewerb“ dem Diktum verpflichtet, das der in Zwickau geborene Robert Schumann in seinen Haus- und Lebensregeln gesetzt hatte: „Ehre das Alte hoch, bringe aber auch dem Neuen ein warmes Herz entgegen“. Vom 9. bis 11. April 2010 werden Pianisten im Alter bis 19 Jahre in drei Altersgruppen ihr Können unter Beweis stellen. Unter dem Titel „Junge Künstler spielen Schumann“ erklingt in insgesamt acht Konzerten – in Kooperation mit der Hochschule für Musik Franz Liszt (Weimar) – schließlich das gesamte Klavierwerk Robert Schumanns. Mit dem Jugendkunstwettbewerb „Musiklandschaften“ können auch angehende Maler und Bildhauer zum Gelingen des Schumann-Jahres beitragen. Die Ausstellung zu diesem Contest wird am 1. August 2008 eröffnet.

Da verwundert es wenig, dass mit Marie-Elisabeth Hecker eine ehemalige Schülerin des Robert-Schumann-Konservatoriums Zwickau als Solistin des Festkonzertes am 8. Juni auftritt. Im Alter von 18 Jahren erzielte die 1987 geborene Künstlerin beim Internationalen Rostropovich Cello-Wettbewerb in Paris drei Preise. Die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, der 2005 den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau erhielt, wird dann neben dem Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 auch die Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 (Frühlingssinfonie) geben.

Die Opernpremiere „Genoveva“, die Eröffnung der Sonderausstellung „Leben wie zu Schumanns Zeiten“ oder das Ballett „love.song.letters“ sind weitere Beispiele für das abwechslungsreiche Programm von Schumann-Fest und –Jahr. Hinzu kommt am 9. Juni die Uraufführung der „FlügelschlagVariationen“. Fünf zeitgenössische Komponisten komponieren je einen Akt des Gesamtstücks, das 2010 in allen fünf Schumannstädten – Zwickau, Dresden, Leipzig, Düsseldorf und Bonn – aufgeführt werden soll. Über Episoden aus mehreren Lebensphasen Schumanns wollen sich die Komponisten aus verschiedenen Blickwinkeln auf sehr unterschiedliche Weise dem stillen Komponisten annähern. Der Kartenvorverkauf für das Schumann-Fest in Zwickau beginnt am 8. September. Die Tickets sind bei der Tourist Information Zwickau sowie bei vielen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Mit dem Schumann-Jahr 2010 setzt Zwickau die lange Tradition fort, das Erbe Robert Schumanns zu pflegen und in lebendiger Erinnerung zu halten. Bereits 1847 wurde die Tradition der Schumann-Feste begründet. Robert Schumann dirigierte damals persönlich seine C-Dur-Sinfonie. 1901 war die sächsische Stadt die erste, die dem Komponisten ein eigenes Denkmal widmete. Und das Robert-Schumann-Haus ist heutzutage nicht nur
Museum und Veranstaltungshaus. Es enthält die weltweit größte Sammlung zu Clara und Robert Schumann.