Die Stadt zahlt jährlich rund fünf Millionen Euro für die Kinderbetreuung

Bauchschmerzen bereitet der Nachwuchs der Stadt Freiberg. Denn während ausreichend Plätze in Kindertagesstätten für Kinder ab drei Jahren zur Verfügung stehen, hat Freiberg einen Mangel beim Angebot der Betreuung von Krippenkindern.

Zwar liegt die Stadt Freiberg „mit 44,2 Prozent Betreuungsquote von Kindern im Krippenalter - ab 12 Monate bis drei Jahre - schon über dem Ziel, das sich die Bundesregierung für Deutschland bis 2013 mit 35 Prozent gesetzt hat, so reicht das Freiberger Angebot jedoch nicht aus“, weiß Bürgermeister Sven Krüger. Doch die Defizite sollen ausgeglichen werden, und das sehr zeitnah. „Wir müssen und werden die Betreuungskapazität in den nächsten Jahren anpassen. Mein Ziel für Freiberg: Ich möchte ein Betreuungsangebot, das 80 Prozent abdeckt.“ Ein wesentlicher Schritt dafür ist bereits erfolgt: Die Stadträte stimmten geschlossen dem Beschluss zur Sanierung und Erweiterung der Einrichtung „Kinderland“ am Franz-Kögler-Ring zu: Rund vier Millionen kostet diese Maßnahme, die mit 57 Prozent gefördert wird.

Mit den Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II sollen bis 2011 in der Einrichtung auf dem Wasserberg 30 neue Krippen- und 18 Kita-Plätze entstehen. Auch die vorhandene Betreuung von Hortkindern der Grundschule „Clemens Winkler“ wird in diesem Zuge von 134 auf 150 erweitert, außerdem wird die Ganztagsbetreuung des Förderzentrums „Käthe Kollwitz“ auf insgesamt 72 Plätze aufgestockt, wovon 20 Plätze für die Integration behinderter Kinder vorgesehen sind.

Denn auch das ist ein Ziel der Stadt Freiberg: die Erhöhung der Plätze mit Integration.

Mitnichten soll es bei der Maßnahme „Kinderland“ bleiben: Derzeit wird geprüft, ob eine weitere Freiberger Kita in ähnlicher Weise erweitert werden kann, „hierbei ziehen wir auch einen Neubau in Erwägung“. Bereits jetzt liegen die Kosten für den absehbaren Sanierungsbedarf zur Schaffung weiterer Plätze bei rund sieben Millionen Euro.

Einen Grund, warum der Bedarf an Krippenplätzen in jüngster Zeit gestiegen ist, sieht Bürgermeister Krüger im Elterngeld. „Viele junge Leute müssen daher nach 12 oder 14 Monaten wieder ins Berufsleben einsteigen. Dass das nicht durch fehlende Krippenplätze behindert wird, da sind wir gefragt“.

5,1 Millionen Euro zahlt die Stadt Freiberg jährlich für die Kinderbetreuung – mit weiteren Plätzen, wird auch diese Summe in den kommenden Jahren steigen.

Derzeit bietet die Stadt Freiberg in 29 Kindertageseinrichtungen, von denen 18 in freier Trägerschaft arbeiten, 2.541 Plätze für die Kindergarten- und Hortbetreuung an, ferner 377 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Dabei werden 57 Kinder von 16 Tagesmüttern betreut.

Petra Morsbach, Leiterin des Amtes für Bildung, Jugend und Sport, sieht gerade hier ein weiteres Potenzial für die Betreuung von Krippenkindern in Freiberg. „Weitere Tagesmütter sind willkommen“, wirbt sie und verspricht gemeinsam mit dem Landkreis als öffentlichem Jugendhilfeträger Hilfe bei dem Schritt in die Selbstständigkeit als Tagesmutter.

„Wir sind bestrebt, Freiberg weiter auf dem Weg als familienfreundliche Stadt voranzubringen“, betont Krüger. „Möglichst so viele Betreuungsplätze für Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder zu bieten wie notwendig, das sollte unser Beitrag für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Freiberg sein.“