Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein Feiertag, also ein staatlicher Gedenktag, und gehört zu den "stillen Tagen".

Er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen und erinnert an die Kriegstoten und an Opfer von der Gewaltherrschaft in allen Nationen.
Der November wurde als Monat ausgewählt, weil diese Zeit zwischen Allerseelen und Totensonntag theologisch durch die Themen Tod, Zeit und Einigkeit dominiert wird. Der Volkstrauertag wurde bereits 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des 1. Weltkrieges vorgeschlagen und begangen. Die Nationalsozialisten legten den Tag später als Feiertag fest und missbrauchten das Totengedenken für eine fragwürdige Heldenverehrung, rechtsextreme Kräfte versuchen diese wieder aufleben zu lassen. Heute wird der Volkstrauertag nicht nur regelmäßig im Deutschen Bundestag würdevoll begangen, sondern es werden in fast allen Städten und Gemeinden Gedenkstunden mit Kranzniederlegungen durchgeführt.

Auch die Stadt Wurzen hat seit Anfang der 90er Jahre diese Tradition aufgegriffen und an den zahlreichen Orten von Kriegerdenkmälern und Mahnstätten an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft Kränze und Blumengebinde niedergelegt. An der Veranstaltung nehmen neben dem Oberbürgermeister und seinem Stellvertreter auch die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien teil.

Für 2009 wollen wir die Akzente anders und neu setzen.  Auf Anregung der Stadtverwaltung laden wir zu einer zentralen Veranstaltung am Volkstrauertag am Mahnmal für die Opfer des 1. Weltkrieges auf dem Alten Friedhof ein. Alle demokratischen Parteien, Kirchgemeinden, Vereine, Verbände, Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich an dieser Gedenkveranstaltung aktiv zu beteiligen. "Wir wollen den Opfern ein Gesicht geben.“ sagt Oberbürgermeister Röglin. Deshalb bitten wir die Wurzener Bürgerinnen und Bürger, sich in diesem und den kommenden Jahren daran zu beteiligen. Wir bitten sie Bilder, Geschichten, Geburts- und Sterbedaten der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft aus der Wurzener Bürgerschaft zur Verfügung zu stellen. Das Wurzener Museum wird diese Informationen aufbereiten und in den jährlichen Gedenkveranstaltungen präsentieren. „Ich rufe alle Wurznerinnen und Wurzener auf, am Volkstrauertag weiße Kerzen in die Fenster zu stellen“, bittet Röglin „und so ein Zeichen des Gedenkens an die Opfer von Gewalt, ein Zeichen der Trauer zu setzen."