Geschrieben von: Freiberg   
Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 16:51 Uhr

Beginnen will die Forschungsgruppe mit dem Vorhaben noch in diesem Frühjahr.  Dann sollen Wasser- und Schlammproben im Labor untersucht werden. Ziel ist es, durch Zusätze von Mikroorganismen den Schlamm zu zersetzen, Arsen und Phosphat zu entfernen und gleichzeitig Schwermetalle in wasserunlösliche Form zu bringen.

Dafür versuchen die Dresdner Wissenschaftler zusammen mit einer Cottbusser Spezialfirma durch Anwendung einer neuartigen Belüftungstechnologie gewässerinterne, mikrobiologische Prozesse auszulösen, die zum weitgehenden Abbau der organischen Schlammbestandteile führen. Dabei kann auf die Entnahme des Sediments verzichtet werden. Der potenziellen Gefährdung durch Schadstoffe, wie Arsen, soll durch Anwendung eines kombinierten Adsorptionsfilters begegnet werden.

Damit bleiben zwar die Schwermetalle teilweise im Teich, jedoch in Sediment gebunden.  „Schlecht wäre es, wenn die Schwermetalle gelöst vorliegen“, weiß Rolf Rothermundt vom Tiefbauamt. „Allein der Arsengehalt des Schlammes beträgt das Mehrfache dessen, was herkömmliche Deponien annehmen dürfen.“ Bis Endes dieses Jahres sollen die Laborversuche abgeschlossen sein.

Verlaufen sie zufrieden stellend, ist für das kommende Jahr ein Großversuch geplant: Eine Pumpe mit Absorber wird in einem definierten, abgeschlossenen Bereich im Teich arbeiten. „Wenn das funktioniert, dann wollen wir Ende 2011 flächendeckend mit der Entschlammung im unteren Kreuzteich  - dem am Schwanenschlösschen – beginnen.“ Dieser Teich sei am meisten betroffen, da er als unterster am wenigsten mit Frischwasser versorgt wird.

Auf die Stadt kommen mit diesem Vorhaben zum einen Kosten von rund 10.000 Euro für die Laboruntersuchungen zu, zum anderen ab 2012 jährliche Betriebskosten von etwa 6000 Euro für den Betrieb der Pumpen, zunächst jedoch nur für ein Jahr. Dann wird diese Verfahrensweise erneut auf den Prüfstand gestellt.

Bereits Anfang der 90-er Jahre wollte die Kommune dieses Problem durch eine konventionelle mechanische Schlammbeseitigung lösen. Im Vorfeld durchgeführte Studien belegten jedoch, dass die Umsetzung mit hohen Risiken und Kosten in Millionenhöhe verbunden gewesen wäre. Die Stadt Freiberg wird diesen alternativen Weg begleiten, damit die Qualität der Gewässer im Herzen der Stadt nachhaltig und kostengünstig gesichert werden kann.

 

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