Staunen und Ausprobieren auf neuem Sinneserfahrungsfeld

Um die Ecke schauen, mit dem Gleichgewicht ringen oder Landschaften durch rieselnden Sand entstehen lassen – im „Dorf der Sinne“ Höfgen ist das seit einigen Tagen möglich. Auf dem ehemaligen Spielplatz unterhalb der Kirche wurden jetzt Sinneserfahrungselemente aufgestellt.

„Es ist ein Platz des Verweilens“, sagte Thomas Lampa vom Altenburger Spielplatzunternehmen „Pro Kid“. Sein Unternehmen hat die Höfgener Ideen gemeinsam mit dem Grimmaer Landschaftsbaubetrieb GQS umgesetzt. In der Mitte des Platzes befindet sich eine spiralförmige Fläche. „Galaxien und Sternensysteme sind Spiralen – die Grundform des Lebens“, erklärte Lampa. Einzelne Wege führen wie Strahlen zu den Sinnesstationen. Darunter eine Balancierscheibe. Hier ist man angehalten mit dem Gleichgewichtssinn zu ringen - ihn zu finden und wieder zu verlieren. Eine helle, runde Tafel, in deren Inneren grauer und weißer Sand über verschiedene Hindernisse rieselt und Formen bildet ist ein weiterer Blickfang. „Das Spiel nennen wir Raum und Zeit“, freut sich der Spielplatzgestalter. „Hier verrinnt die Zeit und Räume verändern sich." Richtung Dorfplatz steht eine große dreieckige Glassäule. „Schaut man geradeaus in das Prisma hinein, sieht man nicht etwa das Haus gegenüber, sondern Leute oder Dinge auf der Straße rechts und links. Scheint dazu die Sonne, bekommen die Häuser leuchtend bunte Ränder in den Farben des Regenbogens“, so Lampa. Etwa 23.000 Euro kostet der Nachfolger des alten Spielplatzes, dessen marode Geräte abgebaut werden mussten. Für die neue Anlage gab es eine 75prozentige Förderung aus dem Leader Programm für den ländlichen Raum.

Die Sinneserfahrungselemente basieren auf den Forschungen von Hugo Kükelhaus. Der Künstler und Pädagoge machte sich vor allem als Wegbereiter der modernen Sinnesforschung und Erlebnispädagogik einen Namen.

Städtepartnerschaft Grimma und Gezer besiegelt

Seit dem 17. September hat Grimma eine neue Partnerstadt. In einer feierlichen Zeremonie wurde die Partnerschaft zwischen der israelischen Stadt Gezer und Grimma besiegelt. Oberbürgermeister Matthias Berger und Yuval Enoch, Vertreter des Bürgermeisters aus Gezer, setzten ihre Unterschrift unter den Partnerschaftsvertrag. Mit großer Mehrheit positionierte sich der Stadtrat zur Partnerschaft.

„Ein offizielles Bündnis zwischen zwei Städten, die so weit entfernt liegen, ist immer ein freudiger Anlass. Dass es sich um eine israelische und deutsche Stadt handelt, hat eine ganz besondere Bedeutung – wir fühlen uns hier sehr willkommen“, sagte Yuval Enoch bei der Unterzeichnung. In seiner emotionalen Rede berichtete er von seiner deutschen Mutter: „Nach ihrer Flucht 1934 war sie nie wieder in Deutschland. Aber sie sagte zu mir, jetzt könne ich die Hindernisse überwinden, die sie nie überwinden konnte und es freue sie sehr, dass ich nach Deutschland reise“, so Enoch, der die Grimmaer für das Frühjahr nach Israel einlud.

Seit gut einem Jahr ist die Städtepartnerschaft zwischen Gezer und Grimma im Gespräch. Die Aufarbeitung von persönlichen Schicksalen von Grimmaer Familien, die in den 1930er Jahren nach Israel auswanderten, schlug eine erste Brücke in den nahen Osten. Stadträte, Lehrer oder Gewer¬betreibende besuchten die Stadt zwischen Tel Aviv und Jerusalem. „Vor allem die Herzlichkeit, Aufge¬schlossenheit und das entgegenbrachte Interesse überwältigte uns“, sagte Stadtrat Jörg Diecke, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees. „Auch der Gegenbesuch der Delegation aus Gezer zeigte deutlich, dass eine Städtepartnerschaft im Interesse beider Städte liegt“, so der Stadtrat.

Freizeitpark bringt Feen, Gnome und Trolle nach Grimma

Einfach fabelhaft! Eine Reise ins Reich der Fantasie könnte in Grimma-Beiersdorf schon bald ein Ziel finden: Auf dem ehemaligen Coesfeldgelände plant die Firma Ziegler Spielplätze und Freizeitanlagen e.K. einen außergewöhnlichen Familienpark mit geradezu fantastischen Übernachtungsmöglichkeiten. Luftige Baumhäuser, grasbewachsene Erdhäuser und andere phantasiereiche Unterkünfte sollen große und kleine Besucher in die Welt der Feen, Waldgeister, Zwerge, Trolle und Gnome locken.

Die Ideen sind vielfältig. Mutige und schwindelfreie Entdecker werden die Möglichkeit haben, sich ins Abenteuer zu stürzen und sich auf wackeligen Hängebrücken über Gräben zu hangeln, oder sich mit einer Seilfähre über Wasser zu schwingen. Für die Kleinen ist ein Baumwipfelpfad geplant. Speziell für Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten möchte der Unternehmer ganz neue Möglichkeiten entwickeln, wie Lerninhalte spielerisch vermittelt werden können. So könnten Schüler vielleicht schon bald auf einem Newtonpendel schaukelnd die Gesetze der Physik erleben.

Das zehn Hektar große Gelände hat einiges zu bieten: Einen ursprünglichen und wild gewachsenen Laubwald, Wiesen mit altem Baumbestand, die zum Picknicken einladen, eine wilde Hügellandschaft, die spannende Möglichkeiten zum Rutschen, Klettern und Verstecken bietet und sogar einen kleinen See. Der Stadtrat gab grünes Licht. Schon 2013 könnte der Traum des „Grimmaer Auenlandes“ wahr werden.

Schaddeler Bahnwärterhäuschen ist Preisträger im Landesbauwettbewerb

Als 1877 die Strecke der „Muldentalbahn von Glauchau nach Wurzen“ eröffnet wurde, entstand das 41. Bahnwärterhäuschen in Schaddel. Wie alle derartigen getypten Anlagen besteht es aus dem bescheidenen, zweigeschossigen Bahnwärterwohnhaus und dem noch kleineren Dienstgebäude unmittelbar daneben. Nicht landschaftstypische, sondern nur 18 Grad flache Satteldächer wurden als weit überstehende Pfettendächer verzimmert und mit Dachpappe gedeckt. Die bewährte bauliche Ausführung war qualitativ auf der Höhe der Zeit und so solide, dass sie deutlich mehr als einhun¬dert Jahre bestand. Das Bahnwärterhäuschen verlor seinen Sinn, als im April 1945 die Strecke unterbrochen und danach nie wieder betrieben wurde.

Es diente weiterhin als Wohnhaus, auch wenn die baulichen Mängel längst unübersehbar waren. Das Bahngebäude entging durch einen glücklichen Umstand seinem Schicksal. Es wurde nicht nach Verfall abgerissen, sondern zu einem sehr individuell genutzten Wohnhaus moderni¬siert. Im deutschlandweit einmaligen sächsischen Landesbau – Wettbewerb 2011 bewarben sich die Bauherren mit ihrer ungewöhnlichen Arbeit erfolgreich und wurden mit einem anerkennenden Preis ausgezeichnet.

Seit 2001 ist das technische Denkmal im Privatbesitz. Der ersten Lösungsvorstellung wurde nicht nur offiziell widersprochen, sondern auch so sinnvolle wie akzeptable Gestaltungshinweise gegeben. So kam die sichtbare, vorbildliche Gestaltung zustande: Beide Gebäude sind durch einen nötigen, zurückhaltenden und nicht entstellenden Verbinder an der Ansichtsseite funktional vereint. Die Familie bezog das Haus im November 2004. Alle wichtigen Arbeiten wurden als eigene Leis¬tungen erbracht. Das baulich angepasste und gewandelte Denkmal wird sinnvoll umgenutzt, es bleibt klar erkennbar und kann lange Zeit dem Wohnzweck dienen. Wenn es in ähnlichen Fällen ein ähnliches Verständnis für Denkmale gäbe, wäre unsere Geschichte sehr reich an sinnvoll genutzten historischen Zeugen. Das Beispiel kann anregen, sich ähnlicher Denkmale anzunehmen und sie nicht nur vor dem Verfall zu bewahren.

Rudolf Priemer

Seepferdchen und Muldenschätze

Herbstferienangebote der Denkmalschmiede Höfgen

Keine Lust allein Eicheln und Kastanien zu sammeln? Dann auf nach Kaditzsch. Im Katzenhaus der Denkmalschmiede Höfgen sind vom 26. bis 28. Oktober noch Plätze frei in der Trickfilmwerkstatt und beim Geocaching. Nachdem die Medienwerkstatt des Katzenhauses in der ersten Ferienwoche vom 17. bis 21. Oktober in der „Kinderspielstadt Parnabuki“ in der Turnhalle in Naunhof mitwirkt, findet in der 2. Ferienwoche am 26. und 27. Oktober im Katzenhaus in Kaditzsch ein Medienprojekt statt.

Wie der Titel „Seepferdchen und Flugfische“ bereits andeutet, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, bei diesem Trickfilmprojekt für Mädchen und Jungen von 6 bis 18 Jahren. Verstärkt wird das Team des Katzenhauses dabei von Falk Schuster, Profi in Sachen Trick, Animation und Illustration.

Die Teilnehmer lernen die vielfältige Möglichkeiten kennen, die uns die neuen Medien heute bieten, um unseren Ideen Ausdruck zu verleihen, außerdem erfahren sie, was Dadaismus und Surrealismus ist. Die beiden Kunstrichtungen, die vor fast 100 Jahren für viel Furore sogten, regen uns heute an, Denk- und Sehgewohnheiten zu hinterfragen, kreative Techniken zu mixen um neue Sinnzusammenhänge herzustellen. Für viel Inspiration bei der Motivsuche sorgt auch die aktuelle Ausstellung mit Malerei aus Haiti in der Studiogalerie. Unterwasserwelten, Phantasiestädte, Götter in Tiergestalt und rätselhafte Symbole bevölkern die Bildwelten der beiden Maler Préfète Duffaut und Frantz Zéphirin.

Am Freitag dem 28. Oktober sind „Schatzsucher“ von 6 bis 18 Jahren zur Multimedia-Geocachingtour willkommen. Die Tour begibt sich auf abenteuerliche Pfade entlang der Mulde und erklärt im Medienlabor wie jeder im Internet geheime Orte und Verstecke in der Natur ausfindig machen kann. Die Ferienprojekte finden täglich von 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr statt. Anmeldungen sind möglich unter T. 03437-98770 oder www.hoefgen.de.

Toni Hempel, Inhaber von H. T. mobile, hat Anfang Oktober 2011 seinen neuen Verkaufsraum in der Lorenzstraße 4 in Grimma bezogen. Dazu gratulierte die GRIMMAERLEBEN Marketing eG recht herzlich. Bisher befand sich sein Geschäft ebenfalls in der Lorenzstraße, auf der gegenüber liegenden Seite Nummer 17. „In meinem neuen größeren Geschäft biete ich jetzt außer dem bisherigen Angebot zum Beispiel an vertragsfreien Telefonen, Handy- und Internetverträgen aller Anbieter auch den Service der Deutschen Post AG.“ Bei ihm können nun zum Beispiel auch Päckchen und Pakete aufgegeben werden.

Geschäftsräume gezogen. Geschäftsinhaber Maik Hammer und sein Team erwartet seine Kunden nun in der Hohnstädter Straße 5/7 in Grimma. Dazu übermittelte die GRIMMAERLEBEN Marketing eG recht herzliche Glückwünsche. Bisher war dieses Ladengeschäft in der Langen Straße 38 zu finden. „In unseren neuen Räumen bieten wir ein erweitertes Angebot an Fernsehern, SAT-Anlagen sowie vielem Zubehör. Unser Service für Beratung, Installationen sowie Reparaturen ist kompetent, zuverlässig und schnell.“ so ein Mitarbeiter des Teams. Anfragen können unter der gleichen Telefonnummer wie bisher gestellt werden.

"Im Himmel zu Hause" - Wiedereröffnung der Dauerausstellung zu sakraler Kunst

Ab 27. Oktober sind wieder die Werke von Peter Breuer, Leonhard Herrgott und weiterer Meister zu sehen. Etwa zehn Monate war die Plastikhalle der Zwickauer Kunstsammlungen wegen Sanierung geschlossen. Vom 27. Oktober an kann die neukonzipierte Dauerausstellung zur sakralen Kunst wieder besucht werden. Zu den restaurierten Werken, die in der Ausstellung „Im Himmel zu Hause. Christliche Kunst zwischen Gotik und Barock“ zu sehen sind, gehören auch Altarwerke und Figurengruppe aus vorrefomatorischer Zeit.

Seit dem Jahr 2008 arbeiten die Zwickauer Kunstsammlungen, die institutionell vom Kulturraum Vogtland-Zwickau gefördert werden, mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen im Freistaat Sachsen an einer Neupräsentation der sakralen Skulpturensammlung. Unter Einbeziehung eines Teams von Restauratoren, Fachwissenschaftlern und Ausstellungsgestaltern wurde ein umfassendes Projekt initiiert zur Konservierung, Restaurierung, wissenschaftlichen Bearbeitung sowie zur Präsentation und Vermittlung dieser wertvollen aber auch gefährdeten Sammlung. Viele Privatpersonen und Institutionen wie die Kulturstiftung der Länder und deren Freundeskreis, die Gemeinde Reinsdorf, Mitglieder der Zwickauer Service-Clubs Lions und Rotary unterstützten dieses Projekt, indem sie Patenschaften für die Restaurierung einzelner Objekte übernahmen.

Mit der Realisierung dieses anspruchsvollen und aufwändigen Projektes konnte eine der wichtigsten musealen Sammlungen dieser Art in Mitteldeutschland vor dem Verfall gerettet werden. In der neuen Dauerausstellung „Im Himmel zu Hause. Christliche Kunst zwischen Gotik und Barock“, eindrucksvoll in der historischen Skulpturenhalle des Museums inszeniert, ist es nun gelungen, die alten Schnitzwerke wieder sinnlich erfahrbar zu machen und sie zeitgemäß auszustellen.

Zu sehen sind über vierzig Skulpturen, die fast alle aus der Zwickauer Region stammen. Dabei bilden die Altarwerke und Figurengruppen der vorreformatorischen Zwickauer Bildschnitzerwerkstätten von Peter Breuer, Leonhard Herrgott und Michael Heuffner den thematischen Schwerpunkt. Aber auch die sehr qualitätvollen Arbeiten unbekannter Meister können in der Ausstellung (wieder-)entdeckt werden, darunter der figurenreiche Lugauer Flügelaltar, verschiedene Marien- und Heiligendarstellungen oder die im Erzgebirge verbreiteten Bornkinnl-Figuren. Die nachreformatorische Kunst ist durch Engelsdarstellungen, Gedächtnistafeln (Epitaphe) und Einzelfiguren (Prophet und Sibylle) der Schneeberger Bildhauerfamilie Böhme vertreten.

Die Förderung der Bundesregierung mit Kofinanzierung durch den Freistaat Sachsen und Finanzmitteln der Stadt Zwickau ermöglichte schließlich die Sanierung der Plastikhalle, um die baulichen Voraussetzungen für die klimatisch sichere Präsentation der Werke zu gewährleisten.

Die feierliche Eröffnung, zu der Förderer und Restauratoren anwesend sein werden, findet bereits am Mittwoch, 26. Oktober, um 17 Uhr statt. Die Ausstellung ist ab 27. Oktober dann von Dienstag bis Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Sieger werden ausgezeichnet

Sieger der Wettbewerbe „Freiberg im Blumenschmuck“ und „Schönste Kleingartenanlage Freiberg“ werden am 20. Oktober, 18 Uhr im Freiberger Rathaus, Foyer ausgezeichnet

Freibergs Kleingartenanlagen und die blumengeschmückten Häuser und Vorgärten können sich sehen lassen. Davon kann sich jeder Freiberger aber Gast der Stadt überzeugen. Mit wunderbaren Arrangements tragen sie aktiv dazu bei, Freibergs Erscheinungsbild attraktiver zu gestalten. Um das gärtnerische Engagement der Freiberger zu honorieren, gibt es zwei Wettbewerbe: „Freiberg im Blumenschmuck“ und „Schönste Kleingartenanlage Freiberg“. Beide Wettbewerbe besitzen in Freiberg eine Tradition. Nun sollen die Sieger der diesjährigen Wettbewerbe ausgezeichnet werden: am 20. Oktober im Foyer des Freiberger Rathauses.

Schönste Kleingartenanlage

Erstmals war 1999 zum Wettbewerb um die schönste Kleingartenanlage anlässlich „100 Jahre Kleingartenanlagen Freiberg“ aufgerufen worden. Seitdem wird der Wettbewerb aller zwei Jahre durchgeführt, damit 2011 zum siebten Mal. Beteiligen am Wettbewerb, deren Preisträger mit 250 Euro für den ersten Platz, 150 und 100 Euro für Platz zwei und drei prämiert werden, können sich alle Freiberger Gartenvereine. Gekürt werden die Preisträger jeweils im Herbst. Initiator: Regionalverband der Gartenfreunde Freiberg e. V.

Freiberg im Blumenschmuck

Die Aktion „Freiberg im Blumenschmuck“ hat eine sehr lange Tradition. Erstmals war 1907 dazu aufgerufen worden. Bis zum Zweiten Weltkrieg geschah dies jährlich. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Erzgebirgszweigvereins 1999 war diese Aktion wieder ins Leben gerufen worden. Seitdem wird sie jährlich initiiert, damit in diesem Jahr bereits zum 13. Mal. Zur Auszeichnungsveranstaltung gibt es jeweils eine Fotodokumentation der Teilnehmer. Initiator: Erzgebirgszweigverein Freiberg e. V.

Doppik bringt Freiberger Haushalt Probleme

Die Umstellung auf die so genannte Doppik (Kunstwort: DOPPelte Buchführung in Konten) ist in der Stadtverwaltung Freiberg erfolgreich vollzogen. Erstmals legt die Verwaltung dem Stadtrat einen doppischen Haushalt vor. So weit zunächst die gute Nachricht. Denn obwohl Freiberg zu den finanzstarken Städten Sachsens zählt, ist dieser Haushalt erstmals nicht ausgeglichenen. 2,4 Millionen Euro fehlen laut des rund 800 Seiten starken Papiers. „Tatsächlich aber hätte die Stadt Freiberg – wenn wir nicht auf das doppische Rechnungswesen umgestellt hätten – einen Überschuss von ca. 5,6 Millionen Euro“, weiß Finanzbürgermeister Sven Krüger. Dies liege in der nun mit einzurechnenden Abschreibung des städtischen Vermögens. „Hier stehen bei einer Bilanzsumme von 483.649.443,35 Millionen auf der Haben-Seite beispielsweise rund 147 Millionen Euro für bebaute Grundstücke oder 66 Millionen für unsere Straßen und Plätze“, erläutert Krüger. Selbstverständlich reagiere die Verwaltung schleunigst auf das Ergebnis des ersten doppischen Haushaltes. In allen Bereichen der Verwaltung laufen Abstimmungen und Prüfungen. Denn Ziel ist weiterhin ein ausgeglichener Haushalt. „Unsere Abschreibungen finanzieren die Investitionen der Zukunft“.

Auf Basis der beschlossenen Reform des Gemeindehaushaltsrechts im November 2003 und der Verabschiedung des Gesetzes über das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen im November 2007 durch den Sächsischen Landtag, hat die Stadt Freiberg die Umstellung von Kamerale auf Doppelte Buchführung erfolgreich vollzogen.

Ziel der Reform ist die Umstellung von einem zahlungsorientierten auf ein ressourcenorientiertes Haushalts- und Rechnungswesen. Zusätzlich sind höhere Kostentransparenz, Kostenvorteile und ein insgesamt effizienteres Arbeiten der Verwaltung zu erwarten. Die Umstellung für alle Kommunen im Freistaat Sachsen auf ein doppisches Haushalts- und Rechungswesen ist ab dem Jahr 2013 verpflichtend vorgesehen. Dessen ungeachtet kann die finanzstarke Stadt Freiberg keinen ausgeglichenen Haushalt für das Jahr 2011 vorlegen. Der Grund: Die aus der Umsetzung zu veranschlagenden Abschreibungen sind mit rund acht Millionen Euro höher als der Überschuss des Haushaltes mit rund 5,6 Millionen Euro.

Damit sind die Einnahmen des Ergebnishaushaltes nicht ausreichend, um einen Haushaltsausgleich zu erzielen. Ursache hierfür ist die Entwicklung der Gewerbesteuer 2011. Die sich daraus ergebende Konsequenz sieht vor, Ausgaben der Stadt Freiberg zu senken und Einnahmen zu erhöhen. Wo und wie dies umgesetzt werden kann, wird bereits geprüft. Für die bisher geplanten Investitionen stehen nach wie vor Mittel zur Verfügung, bei welchen ein besonderes Augenmerk gelegt wird, die Attraktivität der Stadt Freiberg als Wohn- und Arbeitsort weiterhin zu steigern. Jedoch können derzeit keine zusätzlichen Investitionen finanziell untersetzt werden. Es ist notwendig, die Übergangsvorschrift gemäß § 131 (6) SächsGemO zum Ansatz zu bringen. Gemäß § 131 Abs. 6 SächsGemO bleiben im Bedarfsfall bei der Beurteilung der Gesetzmäßigkeit eines doppischen Haushaltes alle nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen (beispielsweise Abschreibungen) unberücksichtigt. Die Gesetzmäßigkeit des Haushaltes orientiert sich dann an der Änderung des Finanzmittelbestandes im Haushaltsjahr.

Die Regelung soll eine Benachteiligung der Kommunen verhindern, die bereits vor dem Pflichttermin auf das neue Haushalts- und Rechnungswesen umstellen, indem die Beurteilung des Haushaltes ausschließlich anhand der zahlungswirksamen Bestandteile und damit zunächst quasi weiterhin nach kameralen Kriterien erfolgen kann. Die Aufgabe der Stadt Freiberg ist es nun, den Ausgleich des Haushalts zu erreichen. „Ich bin überzeugt, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem Stadtrat die richtigen Schritte unternehmen wird, um auch in Zukunft die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt Freiberg zu gewährleisten“, erklärt Bürgermeister Sven Krüger abschließend.

Der Haushaltplan liegt vom 7. bis 17. Oktober im Büro des Oberbürgermeisters aus, wo er während der Sprechzeiten eingesehen werden kann.

Strategien zur Gesundheitsförderung: 1. Fachtag für Grimmaer Erzieher und Erzieherinnen

Wie vermeide ich Stress? Wie teile ich mir meinen Tag ein? Oder wie schone ich meinen Rücken? Zum fachlichen Austausch zur Gesundheitsförderungen der pädagogischen Fachkräfte finden sich am Sonnabend, dem 08. Oktober rund 80 Erzieher und Erzieherinnen aus 18 kommunalen Kindertagesstätten und 14 Einrichtungen der AWO-Kinderwelt gGmbH zusammen. Thema des Fachtages auf dem Gelände der Volkshochschule Muldental und dem Spiegelsaal der Musikschule Muldental: „Strategien zur Gesundheitsförderung“. Jana Kutscher,. Amtsleiterin für Schulen, Soziales, Medien, Kultur und Sport und die Geschäftsführerin der AWO Kinderwelt gGmbH Frau Eva Scharmann werden die Veranstaltung um 09.30 Uhr eröffnen.

Am Vormittag führen Referenten des Landesjugendamtes, der Technischen Universität Dresden und der Leipziger Universität durch das Programm. Die Vorträge widmen sich der Gesundheit der Pädagogen. Am Nachmittag folgen Workshops zu den Themen Zeitmanagement, Stressbewältigung durch Yoga, progressive Muskelrelaxation, rückengerechtes Arbeiten und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Pädagogische Fachkräfte sind mit vielfachen und vor allem wachsenden Anforderungen und Aufgaben konfrontiert. Sie haben jeden Tag multifunktionale Aufgaben mit komplexen Arbeitsinhalten zu erfüllen. Kinder werden in der Kindertagesstätte und dem Hort nicht nur betreut, sondern vor allem im frühkindlichen Bereich gebildet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist den frühpädagogischen Fachkräften eine Schlüsselrolle bei der Gesundheitserziehung der Kinder zu. Positive Umweltbedingungen wahrzunehmen, zu versuchen diese mitzugestalten, um so Bedingungen zu schaffen, in denen Zufriedenheit möglich ist, soll Ansatz des ersten Fachtages sein. Eine weitere Intention des Fachtages ist das Wohlbefinden der pädagogischen Fachkräfte. Selbsthilfe ist ein sehr guter Weg konstruktiv mit den Alltagsbelastungen umzugehen. Personelle und betriebliche Ressourcen zu erkennen und innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen nutzbar machen, ist neben dem Erkennen von Möglichkeiten der Prävention und Gesundheitsförderung in den Kindereinrichtungen ein Ziel dieses Fachtages.